Nimm gute mürbe Äpfel, weder süß noch sauer, die fast trockener Art sind
und sich nicht bald bemusen. Schäle sie, zerschneide sie wie du willst,
räume die Butzen sauber heraus. Wenn du sie gewaschen hast, so lege sie auf ein
weißes Tuch, dass das Wasser ablauffe, besser ist es, du gehst
schön damit um, dass du sie nicht waschen musst.
Fülle sie mit gestoßenem Zucker aus, stelle es in eine flache, gut geglaste Kachel, einen neben dem anderen, decke es fest zu. Nennen wir die geglaste Kachel einfach Auflaufform. Ein glasiertes Gefäß.
Tu nicht mehr darauf oder darunter als glühende Asche, lass sie so gemach dämpfen bis sie lind werden und der Zucker schmilzt, alsdann fülle es wieder auf, wenn sie eine feine kleine Brühe geben sind sie recht.
Bildet sich von selbst keine Flüssigkeit, so koche süßen Wein auf, fülle ihn mit einem Löffel über die Äpfel, du kannst immer wieder davon nachfüllen, sie trocknen sonst aus. Verbrenne sie nicht im Ofen. Wenn sie fertig sind, so leg sie schön aneinander in eine Schüssel. Haben sie von selbst ein Brühlein gebildet, ist es gut. Wo nicht, da nimm von Äpfeln einen Saft, dass du mehr hast, oder nimm gutem Wein, Zucker und Ingwer. Willst du es so, lass es so.
Wenn du willst, dann mache eine zarte Pastetenkruste, stelle die Äpfel darein, und backs schnell, dass die Kruste bald erhärtet. Die Äpfel sollen weiß bleiben.
Anmerkungen:
Hierfür benötigt man kein besonderes Rezept. Die Äpfel stellt man ungeschält in einer Auflaufform in den vorgeheizten Backofen, er sollte 180 °C Ober- und Unterhitze haben. Das Kerngehäuse mit einem Ausstecher entfernen, die Äpfel mit einem Zucker/ Zimtgemisch füllen und garen lassen. Mit weißem Zucker ziehen sie Saft, mit braunem Zucker nicht. Puderzucker ist ungeeignet. Mit braunem Zucker empfiehlt sich die Variante mit Wein. Natürlich auch normaler Apfelsaft, der wie beschrieben gewürzt wird und kurz aufgekocht, dass sich die Gewürze verbinden. Sehr geeignet ist auch Glühweingewürz. Am Boden der Auflaufform sammelt sich der Saft, den man noch weiter verfeinern kann und die Äpfel damit servieren.
Wählt man die Pastetenvariante, lassen sich einzelne Portionen herstellen, nennen wir das Gericht „Karamellisierte Äpfel im Näpfchen“ oder „Karamellisierte Äpfel im Säckchen“. Anstelle der Brühe passt auch Vanillesoße.
Natürlich kann man die ausgehölten Äpfel auch füllen wie einen Bratapfel, denn um nichts anderes handelt es sich hier.