Viele Regionen, viele verschiedene Dialekte. Beginnen wir bei der kulinarischen Mundart-, und Dialektforschung im Mittelalter, so kommt da einiges zusammen. Leider ist auch Google von dem Bakterium des Vergessens befallen, sodass es ja ein Verdienst an der Usergemeinschaft sein kann, ein Glossar aufzubauen.
Die deutsche Sprache hat sich entwickelt, verändert, verschliffen und ist von regionalen Dialekten geprägt. Viele Begriffe kennt man heute nicht mehr, kannte man in manchen Regionen des Landes noch nie oder sind eingedeutscht worden. Dies macht es mitunter schwer, Wörter zu übersetzen. Unser Wörterbuch der kulinarische Mundart sammelt nur Namen von Lebensmitteln und Gerichtena allerdings auch nicht in jeder Fassung.
Sofern vorhanden, fügen wir auch Rezepte bei. Wie bekannt, haben sich Namen und Inhalte von Speisen oft verändert. Speisenamen, so wie wir sie heute kennen, gab es im Mittelalter in dieser Form noch nicht. Es besteht aber auch in keinster Weise der Zwang, Namen unverändert über Jahrhunderte zu schleppen. Die ersten Kochbuchschreiber bewiesen nicht viel Fantasie. Gut zu essen war ein Privileg der höheren Stände, denn sie hatten das Geld dafür. Ich persönlich bin nicht von Sozialneid befallen, der manchen Menschen die Nachtruhe raubt:
Der Eine sagt: So wirds gemacht!
Der andere fragt: Ist es so recht?
Darin unterscheiden sich der Freie und der Knecht.
Meine Vorfahren lebten alle in bescheidenen und sehr bescheidenen Verhältnissen. Sie waren Knechte, aber auch Freie. Sie besaßen Haus und Hof oder auch nichts. Was jedoch nie in den alten Geschichten vorkam, dass jemand verhungert wäre. Die Männer waren sehr arbeitsam, die Frauen gute Wirtschafterinnen. Im Gegenteil, immer wieder machte die Runde, die Frauen waren gute Köchinnen, gingen in Stellung als Köchin und waren sehr erfinderisch. Ich habe nie gehört, dass geklagt worden wäre, dass sie nichts zu essen hatten. Mitunter wenig, aber niemals nichts.
Ich kann daher den Aussagen, die frühen Menschen wären vor Hunger nachts nicht in den Schlaf gekommen, nicht viel abgewinnen. Im Gegensatz zu unserer Zeit, verstanden sie sich auf eine gute »Armenküche«. Man kann aus vielen essbaren Pflanzen und Pflanzenteilen Mus/Brei kochen. Ich glaube auch, dass die Menschen sehr gewitzt und erfinderisch waren.
Die gut betuchten Menschen aßen auch nicht 365 Tage nur fette Kost, denn auch wer nicht arm war, lebte nicht im Überfluss. Die gut betuchten Ritter u.a. aßen ebenso Mus unter der Woche und nur zu großen Festivitäten schlugen sie sich die Bäuche voll.
Bezeichnung/Übersetzung | Herkunft | Erklärung | |
Apfelkraut- Apfelgelee | Rheinland | Brotaufstrich. Äpfel werden ohne Zucker gedämpft und ausgepresst, solange eingekocht, bis ein Apfelgelee entstanden ist. In der bürgerlichen Küche wurde es auch in Soßen eingerührt wie zum Rheinischen Sauerbraten oder als Beilage zu Reibekuchen. Es ist ein streichfähiger Sirup mit fester Konsistenz und würzig-säuerlichem Geschmack. Der gewonnene Saft wird anschließend eingekocht, bis er die gewünschte Konsistenz hat | |
à la braise | frz. Garverfahren | schmoren oder dünsten von Fleisch, Fisch, Geflügel usw. in einem Bräter mit Deckel (Braise) | |
à la daube | frz. Garverfahren | kalte Ragouts oder gedämpfte Speisen in einer Daubiere zubereitet | |
Aachener Poschweck-süße Weißbrot | Regionales Gebäck aus Aachen. Ursprung geht vermutlichzurück bis in das 1547 | Ostergebäck aus Hefe mit Rosinen und Nüssen |