Deutsche historische Genusswelt

Kulinarik WIKI, deutsche kulinarische Geschichte

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Deutsche kulinarische Genusswelt

Herzlich willkommen zu einer Zeitreise durch die deutsche Welt des historischen Genuss. Im Januar des Jahres 1355 vererbte ein bedeutender Mann an seine Erben ein Hausbuch mit der Maßgabe, es soll immer im Besitz seiner Familie bleiben. Dieser Mann nannte sich Michael de Leone. Michael war ein Sammler. Er wollte für seine Nachfahren, und die Nachwelt, Zeitgeschichte bewahren. In diesem Zusammenhang sammelte er auch einige Kochanweisungen, die er als »Buch von guter Speise« in seinem Hausbuch anlegte.
Michael war Magister beider Rechte, Kirchenrecht und weltlichem Recht. Von seinen Vorfahren hatte er ein beträchtliches Vermögen geerbt in Geld und Gut. Man kann getrost sagen, Magister Michael gehörte zum gehobenem Bürgertum, dem Patriziat der Stadt Würzburg. An dieser Stelle beginnt unsere eigentliche Geschichte. Die Geschichte von der historischen deutschen Genusswelt.

Wir befinden uns im Spätmittelalter, der angeblich dunkelsten Zeit der Geschichte. Alles hat zwei Seiten, auch diese Art der Dunkelheit. Unsere Webside beschäftigt sich mit Ernährung und Genuss. Das Ziel dieser Seite ist, dem geschätzten Leser die Entwicklung unserer heimischen Küche näher zu bringen.

Im Spätmittelalter, 14. Jhdt., wurde das gehobene Bürgertum maßgeblich von den Patriziern und dem Klerus gestellt. Eine kleine, wenn auch finanziell bedeutsame, Oberschicht. Diese Oberschicht war in der Lage gute Lebensmittel und Importgewürze zu verbrauchen. Sie war gleichzeitig aber auch verpflichtet, ihr Vermögen in die gesellschaftliche Entwicklung zu investieren.

Galenos und die Ernährungslehre


Wie auch heute gab es im Mittelalter eine Ernährungslehre. Die Lehren wie zu essen war, gingen auf Hippokrates, Galenos und andere bedeutende arabische Ärzte zurück, wie u.a. Avicenna. Diese Ärzte erklärten das dietetische System so, dass alle vier Säfte im Körper im Gleichgewicht sein müssen, nur so bleibt der Mensch gesund. Diese Ernährungslehre ist der Ausgangspunkt für die Kost der Oberschicht des Mittelalters.

Essen im Mittelalter war nicht gleich Essen. Die Kost der verschiedenen Stände war geprägt vom sozialen Umfeld. Die erhalten gebliebenen Handschriften, die immer auch Kochanweisungen, medizinische Bücher und Gesundheitsrezepte enthielten, zeichnen uns ein interessantes Bild der Kulinaria der Oberschicht im Mittelalter. Das Buch von guter Speise ist, wenn man es so sagen will, der Schlüssel in die Zeitepoche. Es hat die gleiche kulturwissenschaftliche Bedeutung wie das von Friederike Löffler, Henriette Davidis oder Wilhelmine Sophia Scheibler. Ein Buch, dass man bis zum bittren Ende plagiierte. In der Datenbank von CoReMa Graz kann man sich diese ganzen historischen Handschriften anschauen.

Was bringen uns diese schwer lesbaren Handschriften? Schwer lesbar, weil sie zwar transkribiert sind, aber nicht in unsere Alltagssprache übersetzt. Weiter gibt es keine Glossare, die uns das Lesen erleichtern könnten. Wüssten Sie was ein Rekoltervogel ist, Bubenpfulwen und Fürhess? Was ist der Unterschied zwischen Pfeffer und Pfeffer? Was war überhaupt das Besondere an der Mittelalterküche und der galenischen Ernährungslehre?

Genussportale


14. Jhdt.

Hochmittelalter
Wenn es auch um die deutsche Genusswelt geht, so gehören das Buch »Forme of cury« und der Taillevent unbedingt dazu, denn die Kochanweisungen wurden von deutschen Büchermachern abgeschrieben (plagiiert).

15. Jhdt.

Aus dem 15. Jahrhundert existiert ein relativ großer Bestand, der von der Uni Graz transkribiert wurde. Die Transkripte sind der erste Schritt zur Bewahrung des kulinarischen Erbes. Im 2. Schritt müssen alle Kochanweisungen in einer alltagstauglichen Schrift übersetzt werden, wer sollte sonst damit etwas anfangen können? Im 3. Schritt müssen alle Kochanweisungen rezeptiert werden. Hierzu gibt es zwei Wege: der Weg der historischen Rezeptreproduktion und der Weg, die Kochanweisungen in die Gegenwart zu holen. Da alle Kochanweisungen des Mittelalters mit der Humoralpathologie verbunden sind, muss die ebenfalls eingefügt werden.
Das Transkript ist die Reinschrift der Handschrift, nicht mehr. Über den Inhalt der Kochanweisungen, ihre Sprache und die Bedeutung für den Koch, sagt es nichts aus. Die Schwierigkeiten bei diesem historischen Schriftgut ist die Übertragung in das heutige Verständnis. Und genau darin sehen wir unsere Aufgabe. Da die meisten Handschriften das Buch von guter Speise als Grundlage verwendeten, kann man einen großen Teil der Kochanweisungen vernachlässigen. Hierin liegt die Begründung dafür, warum nur ein Teil der Kochanweisungen übertragen wurde.

  • Buch aus dem Kloster Mondsee | Eine fast 1:1 Kopie des BvgS
  • Buch aus dem Dorotheenkloster Wien | Ebenfalls eine Kopie des BvgS und anderer
  • Solothurner Kochbuch
  • Küchenmeisterei | Aus dem Buch haben alle plagiiert
  • Kochnotizen der Deutschordensritter| Große Ähnlichkeit mit dem BvgS

16.Jhdt.

In der frühen Neuzeit wurden die Handschriften weniger, die „guten“ Bücher wurden gedruckt. Hier ist eine kleine Auswahl der Bücher die für unsere kulinarische Forschung interessant sind. Sie sind deshalb interessant, weil sie einige Mythen stürzen. Nicht Anna Wecker war die Pionierin im Kochbuchbereich sondern die Welserfrauen. Anna Wecker schrieb ein Gesundheitsbuch, dass im Bereich Kochanleitungen für Gesunde sehr ausgesucht ist. Des Weiteren schrieben die Welserfrauen, wozu auch die Mutter von Philippine Welser gehörte, lebensecht. Sie plagiierten nicht, sie machten selber.
Anna Wecker war eine sehr geschätzte Arztgattin, gehörte der Colmarer Oberschicht an, dem gehobenem Bürgertum. Ihre Kochanweisungen waren Plagiate aller bis dahin auf dem Markt befindlichen Kochbücher. Alles ein wenig umgemodelt, mit Humoralpathologie durchtränkt und teuren Gewürzen veredelt.

  • Sabina Welser
  • Philippine Welser
  • Balthasar Staindl
  • Marxen Rumpolt
  • Anna Wecker

17.Jhdt.

frühe Neuzeit

  • Maria Sophia Schelhammer

Der goldene Göffel

Was dem Italiener sein Silberlöffel, ist dem Deutschen sein Goldgöffel. :-) Dieses Portal ist das Kompendium der historischen deutschen Genusswelt.

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