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Meister Eberhart:Küchenspeisen
Der Kompilator hat in diesem Kapitel Beilagen, diverse Lebensmittel der Zeit aus der Sicht der Humoralpathologie erklärt. Er hat die ihm zur Verfügung stehenden Bücher von Hildegard von Bingen und Konrad von Eichstätt verwendet bzw. wohl auch die in der Sammelhandschrift kopierten Bücher. Obwohl der kompilierende Magister ein gutes Latein sprach, unterliefen ihm hin und wieder Übersetzungsfehler, was man ihm nicht negativ auslegen sollte.
Die Humoralpathologie nach Hippokrates und Galenos, als Dietetik der Zeit, verband im 15. Jahrhundert bekanntes Wissen der Zeit ab dem 1. Jahrhundert. Von Hildegard von Bingen kam die Klostermedizin, Konrad von Eichstätt war der bedeutenste deutsche Arzt und das griechische und arabische Wissen prägte die Weisheit der Ärzte. In Ernährungsfragen stützte man sich auf die Viersäftlehre, die als Lehre heute weitestgehend veraltet ist. Was für die Lehre als Ganzes gilt, gilt nicht gleichzeitig auch für Pflanzen, Tiere und die Naturprodukte. Die Menschen konnten sich viele Dinge nicht erklären und so erklärten sie sich die Welt gemäß ihres Horizonts. Wie wir wissen, ist auch die vielgepriesene KI nur so gut wie die Menschen die sie füttern.
Im Mittelalter bezeichnete man 4 Säfte, die in engem Zusammenhang mit der Verdauung und dem Gleichgewicht des Säuren-Basen-Haushalts standen. Diese 4 Säfte ordnete man den bekannten Temperamenten zu sowie Luft, Erde, Wasser und Feuer. Alle Lebensmittel teilte man in Grade von heiß/kalt/feucht bis trocken ein. Die Säfte waren Blut, Schleim und Galle. Das Konzept der Viersäftelehre mag veraltet sein, hinsichtlich der Ernährung nicht unbedingt falsch. Blümchen und Lebensmittel allein können nicht heilen, sie können aber an der Verdauung beteiligte Organe durchaus ins Gleichgewicht bringen.
Ich möchte alle Freunde der Klostermedizin unserer lieben Hildegard dennoch warnen. Es gibt keine wissenschaftlich gestützte Hildegard Medizin, denn alles was Hildegard aus Heilkräutern erfand und schrieb diente lediglich dem Wohlbefinden, nicht der Heilung.
Meister Eberhart erklärt:
Den Wortlaut des Originaltextes finden Sie hier.
- Linsen
- Kichererbsen
- Erbsen
- Bohnen
- Rüben
- Zwiebeln
- Knoblauch
- Kohl
- Mangolt
- Spinat
- Mandel
- Granatäpfel
- Nüsse
- Maroni
- Maulbeeren
- Pflaumen
- Kirschen
- Pfirsiche
- Quitten
- Birnen
- Äpfel
- Weintrauben
- Feigen
