Hildegard aus dem Hause Niederhosenbach wurde 1098 in Bermersheim getauft und verstarb am † 17. September 1179 im Kloster Rupertsberg bei Bingen am Rhein. Sie war eine Benediktinerin.
Obwohl Papst Benedikt XVI. (Ratzinger) ihr das Privileg einer Kirchenlehrerin (Doctor Ecclesiae universalis) zukommen ließ, so sollte man Hildegard von Bingen doch sehr realistisch sehen. Den ersten Heiligsprechungsversuch hatte die katholische Kirche seinerzeit abgelehnt, da die Wunder fehlten. Diese Entscheidung war korrekt, denn Hildegard von Bingen hat nie Wunder vollbracht. Sie war zeitlebens eine kranke Frau, litt an starken körperlichen Schwächezuständen u.a. unter Epilepsie und nach heutigen medizinischen Erkenntnissen unter Migräneanfällen mit Aura.
Hildegard war das 10. Kind, das ihre Mutter geboren hatte, was ihren schlechten Gesundheitszustand begründen könnte. Die Eltern waren mit dem kranken Kind überfordert und so entstand wohl die Geschichte von dem 10. Kind, dass der Kirche übergeben wurde. Hildegard hätte als Mädchen nicht der Kirche gegeben werden müssen, denn von ihren Geschwistern waren genug in die Obhut des Klerus gewechselt, Brüder wie Schwestern.
Mit der Abgabe an die Benediktiner hatte Hildegard kaum die Möglichkeit Bildung zu erwerben. Jutta von Sponheim, ihre „Lehrerin“, besaß nicht viel mehr Bildung als sie selber. Hildegard lernte zwar lesen, doch mit dem Schreiben sah es schlecht aus. Um sich überhaupt schriftlich ausdrücken zu können entwickelte sie ihre eigene Schrift. Hildegard konnte auch nie latein schreiben, lesen beherrschte sie mäßig. Um sich überhaupt schriftlich mitteilen zu können nutzte sie Schreiber. Inwieweit sich Hildegard von Bingen überhaupt verständlich ausdrücken konnte ist ungeklärt. Ihr Sprachschatz war gemäß des Mittelalters und ihrem Bildungsstand nicht sehr groß.
Hildegard war sehr adelsstolz, konnte sich nicht gepflegt ausdrücken, litt an Selbstüberschätzung, was ihr Benehmen zeigte. Ihr Verhalten wie die Art sich auszudrücken zeigte, dass Hildegard in Sprache und Etikette völlig ungebildet war, was dazu führte, dass sie oft aneckte bei ihren Mitschwestern und höher gestellten Persönlichkeiten. Die Äbtissin machte was sie dachte, sprach was sie dachte und benahm sich wie sie dachte. Der Schreiber Volmar den sie beschäftigte, hatte im Großen und Ganzen auch die Aufgabe, ihr schlechtes Benehmen in den Schriftsätzen zu korrigieren. Nach seinem Tod rekrutierte Hildegard eine andere Vertraute.